Ich glaube, viele Menschen hatten schon grandiose Träume davon, die Erde zu zerstören und die Welt zu retten, und nicht wenige haben erklärt, sie würden das Internet zerstören. Inmitten von Scherzen und Gelächter könnten wir uns fragen: Kann jemand das Internet tatsächlich zerstören? In Wirklichkeit ist dies physisch machbar.
Zweifellos, wenn du das Internet wirklich zerstören würdest, würde es zu einem Terrorakt in der Menschheitsgeschichte werden, und es würde auch bedeuten, Ländern auf der ganzen Welt den Krieg zu erklären. Betrachte den folgenden Inhalt also als Gedankenexperiment.
Zuerst sollten wir aufhören, das Internet als etwas Unsichtbares und Ungreifbares zu betrachten. Tatsächlich besteht es aus großen Mengen an Metall, Kunststoff und Glasfaserkabel. Seine Reichweite erstreckt sich über den Globus, wie ein mechanisches Monster, das die gesamte Erde umarmt. Also suchen wir nach der physischen Grundlage des Netzwerks, durchqueren Ozeane und Land, um genau herauszufinden, was getan werden muss.
Das Internet hat keinen Hauptschalter, keinen Selbstzerstörungsknopf und wird nicht durch Stromausfälle beeinträchtigt. Gerade wegen seines hervorragenden Designs und der kontinuierlichen Erforschung und Verbesserung ist das Internet nahezu unzerstörbar. Man nehme Glasfasernetze: Selbst wenn man die meisten Kabel durchtrennt, werden die übrigen weiterhin übertragen und können automatisch Übertragungswege neu bestätigen, was reibungslose Verbindungen zwischen Kontinenten oder Ländern gewährleistet.
Doch wie alles andere auf der Erde gilt: Wenn es gebaut wurde, kann es auch zerstört werden. Das heißt, mit genügend Aufwand kannst du das Internet vollständig zerstören, genau wie beim Fällen eines Baumes, solange du weißt, wo du mit dem Schneiden beginnen musst.
Schritt 1: Die Glasfaserkabel durchtrennen

Diagramm der Standorte von Seekabeln
Das Internet existiert wegen Verbindungen, die aus Tausenden Metern dicker, abgenutzter Kabel bestehen. Lange Unterseekabel aus Glasfaser verbinden Kontinente und machen die Welt zu einem Ganzen. Wie bereits erwähnt, können sich Kabelverbindungen gegenseitig unterstützen; wenn eine bricht, übernimmt eine andere die Aufgabe. Was aber, wenn sie alle durchtrennt würden?
Das Internet ist ein Netzwerk voller Kabel. Heimcomputer, Bürogeräte und Server im Ausland sind alle über diese Kabel verbunden. Durchtrennt man diese Verbindungen, kann das Netzwerk nicht mehr über Ozeane hinweg kommunizieren. Das Internet würde sofort auseinanderbrechen.
Auf dieser Seite finden Sie jedes wichtige Internet-Backbone-Kabel der Welt.
Diese Unterseekabel sind manchmal getarnt oder teilweise vergraben. Doch manchmal liegen sie an Stränden frei, wie weggeworfene Surfboards. Für Kabel, die unter dem Sand vergraben sind, können Sie mit einem Kabelsuchgerät wie diesem den genauen Standort finden.
Obwohl die genauen Standorte vieler Kabel und ihrer Landepunkte nicht öffentlich bekannt gegeben werden, lassen sie sich immer an berühmten Küsten und in belebten Städten entdecken.
Wenn die folgenden drei Kabelpunkte zerstört würden, wären die Folgen sehr ernst. Die Zerstörung eines Punktes würde nur Verlangsamungen und Störungen verursachen, aber keine vollständige Lähmung. Allerdings wären Websites auf der anderen Seite des Ozeans sofort unerreichbar, und viele andere Websites wären zu langsam, um sie zu nutzen. Das Internet würde weiterhin chaotisch und langsam funktionieren, aber es wäre ein guter Anfang.

Von oben nach unten: Mastic Beach, Long Island; Manahawkin, Bundesstaat New York; und Tuckerton, Bundesstaat New York
Diese Punkte verbinden die Ostküste der Vereinigten Staaten mit Westeuropa. Sie gehören zu den dichtesten und wichtigsten Infrastrukturpunkten der Welt. Die Zerstörung dieser Verbindungen würde zum Zusammenbruch der Weltwirtschaft führen.
Neben den drei oben genannten Punkten gibt es weitere Orte, die die Internetkonnektivität am stärksten schwächen könnten: Singapur / Ägypten (Mittelmeer und Rotes Meer) / Südwestengland / Tokio / Hongkong / Südflorida / Sizilien / Mumbai / Chennai. Die Zerstörung von Einrichtungen an diesen Orten würde bedeuten, dass das Internet kein globales Ganzes mehr ist; jeder Kontinent und jede Insel wäre isoliert.
Schritt 2: Zerstöre die Root-Server

Der M-Server wird vom WIDE Project betrieben und befindet sich in Seoul.
Die Eingabe von Domainnamen ist tatsächlich das Ergebnis der Umwandlung von IP-Feldern. Zum Beispiel ist die IP-Adresse von „Google.com“ 74.125.228.37. Aber es gibt unzählige Websites, und die Schwierigkeit, sich IP-Adressen zu merken, macht diesen Umwandlungsprozess unverzichtbar.
Derzeit gibt es weltweit 13 Root-Domainnamenserver, benannt von „A“ bis „M“, die für die Auflösung von IP-Adress-Domainnamen zuständig sind. Wären diese Maschinen lahmgelegt, müssten diejenigen, die online gehen wollen, Zahlen auswendig lernen.
Wie findet und zerstört man diese Server? Wie die Kabel zuvor sind auch diese Server ein offenes Geheimnis.

Globale DNS-Server-Verteilungskarte. Neben den 13 Root-Domainnamenservern gibt es viele weitere DNS-Server.
Angenommen, wir wollen den „K“-Server zerstören, der von einem Unternehmen namens RIPE NCC betrieben wird. Gehen Sie auf die Website des Unternehmens und verwenden Sie Google Maps, um den Standort des Servers zu finden. Aber tatsächlich hineinzukommen, wäre extrem schwierig; man kann sich vorstellen, wie schwer es bewacht ist. Die Standorte aller 13 Root-Server können nachgeschlagen werden.
Schritt 3: Zerstöre Rechenzentren

Rechenzentrum
Nachdem in Schritt 1 die Glasfaserkabel durchtrennt wurden, können Informationen nicht mehr weltweit übertragen werden, und jede Region wird zu einer isolierten Insel. Kommt die Zerstörung von Root-Servern hinzu, werden Netzwerkadressen zu nicht auflösbaren IP-Adressen. Es bleibt nur noch ein Schritt, um das Internet zu zerstören: Rechenzentren in die Luft zu sprengen.
Rechenzentren sind unscheinbare Gebäude, die die Server beherbergen, mit denen wir Websites aufrufen, E-Mails senden und empfangen sowie chatten und spielen. Diese Gebäude sind normalerweise hoch, und weil sie nicht für Menschen ausgelegt sind, haben die meisten keine Fenster. Die Räume, in denen die Maschinen stehen, sind normalerweise dunkel und werden auf niedrigen Temperaturen gehalten, damit die Maschinen ordnungsgemäß laufen.

60 Hudson Street, New York City
Das Gebäude in der 60 Hudson Street in New York City ist ein wichtiger Knotenpunkt des globalen Internets: Der 9. Stock dieses Gebäudes umfasst 1.394 Quadratmeter und dient als Konvergenzpunkt für lokale, nationale und globale mehrschichtige Glasfaserkabel. Hier werden Server, gespeicherte Daten und Netzwerkgeräte verbunden, und eine Reihe optischer Schnittstellen, Koaxialkabel usw. verbinden sich über eine Reihe von Patchpanels mit anderen Netzwerken. Ein solches Rechenzentrum ist das physische Zentrum des Internets, im Wesentlichen ein gigantischer Ethernet-Switch.
Wenn dieser Stock zerstört werden könnte, würden die Verbindungen der gesamten Region zusammenbrechen, und weltweite Internetverbindungen wären betroffen. Nicht nur bestimmte Websites selbst würden ausgelöscht, sondern auch Daten, die einige Unternehmen in Rechenzentren speichern, würden verschwinden. Alle Fotos oder Lieder, die du hochgeladen hast, könnten aufhören zu existieren.
Es gibt viele solcher Rechenzentren auf der ganzen Welt. Derzeit hat China 9 gehostete Rechenzentren: 2 in Peking, 4 in Shanghai und je eines in Chengdu, Zhejiang und Shenzhen.
Spiel vorbei
Jetzt sind die Daten vollständig eingefroren. Alle Straßen, Brücken und Ampeln wurden zerstört; Daten können nirgendwohin gelangen. Was übrig bleibt, sind einige lokale Netzwerke – sie sind Netzwerke, aber nicht mehr das Internet. An diesem Punkt wurde das Internet erfolgreich zerstört. Spiel vorbei.
Aus dem oben Gesagten können wir die Stärke und Fragilität des Internets erkennen. Natürlich kann niemand alle Knoten des globalen Internets gleichzeitig angreifen. Selbst wenn ein Team aus Tausenden von Menschen dies täte, würde die Reparaturgeschwindigkeit wahrscheinlich die Zerstörungsgeschwindigkeit übertreffen. Unser Ziel ist es nicht, das Internet tatsächlich zu zerstören, sondern daran zu erkennen, wie komplex und interessant die Internetinfrastruktur ist.
(Artikel übersetzt von der Gizmodo-Website: Wie man das Internet zerstört von SAM BIDDLE)
(Quelle: Southern Weekly)